Wer Kinder im Kindergarten- oder Grundschulalter hat, kennt das Problem: Dein Kind kommt nach Hause und will unbedingt mit einem Freund spielen. Du kennst den Namen – aber nicht die Eltern, nicht die Telefonnummer, und der Zettel vom Elternabend ist irgendwo verschollen. Was folgt, sind umständliche WhatsApp-Nachrichten über drei Ecken, verpasste Gelegenheiten und enttäuschte Kinderaugen.
Mir ging es genauso. Und irgendwann habe ich beschlossen, das Problem zu lösen.
Wenn Spielverabredungen zum Organisationsmarathon werden
Ob im Kindergarten oder in der Grundschule – die Situation ist immer die gleiche: Man kennt sich vom Sehen, aber der Schritt zur konkreten Verabredung ist oft erstaunlich schwierig. Es scheitert an banalen Dingen: Welcher Nachmittag passt? Hat das andere Kind Zeit? Wie erreiche ich die Eltern überhaupt?
In WhatsApp-Gruppen geht die Frage „Hat jemand heute Nachmittag Zeit zum Spielen?“ zwischen Kuchenbestellungen und Laternen-Bastelanleitungen unter. Aushänge werden übersehen. Und nicht alle Eltern möchten ihre Handynummer in einer Gruppe mit 25 Familien teilen – verständlich.
Dabei ist das gemeinsame Spielen für Kinder unglaublich wichtig. Freundschaften entstehen nicht nur in der Kita oder Schule, sondern vor allem nachmittags – beim Toben im Garten, beim Lego bauen oder beim gemeinsamen Abenteuer auf dem Spielplatz. Als Vater wollte ich meiner Tochter das ermöglichen, ohne jedes Mal eine halbe Stunde Organisationsaufwand zu haben.
Von der Idee zum Projekt: „Dann mach ich’s halt selbst“
Die Idee zu einer Plattform für Spielverabredungen trage ich schon länger mit mir herum. Ich habe sie immer wieder mit anderen Eltern diskutiert – im Kindergarten, auf dem Spielplatz, beim Abholen. Die Reaktion war jedes Mal die gleiche: „Das wäre großartig, so etwas bräuchten wir!“
Also habe ich gesucht. Nach einer App, einer Plattform, irgendetwas, das genau dieses Problem löst. Gefunden habe ich: nichts. Es gibt Familien-Kalender, Eltern-Netzwerke, Messenger-Gruppen – aber keine einfache Lösung, die nur diese eine Frage beantwortet: Wer hat wann Zeit zum Spielen?

Also habe ich spielmit.eu gebaut. Nicht als Startup, nicht als Geschäftsmodell. Sondern weil ich das Problem selbst hatte und es für alle Eltern kostenlos lösen wollte.
Einfach, weil es einfach sein muss
Das Konzept ist bewusst simpel gehalten:
- Spielgruppen erstellen – zum Beispiel „Kindergarten Sonnenblume“ oder „Klasse 2a“. Über einen Einladungslink treten andere Eltern bei.
- Verfügbarkeit eintragen – jede Familie gibt an, an welchen Nachmittagen ihr Kind Zeit hat.
- Spielpartner finden – der Finder zeigt auf einen Blick, welche Kinder aus der Gruppe heute oder morgen verfügbar sind.
- Verabredung vorschlagen – mit Datum, Uhrzeit und Aktivität. Die andere Familie bekommt eine Benachrichtigung und kann zusagen oder absagen.
Kein Social Media, keine Werbung, keine endlosen Chats. Einfach nur: Wer hat wann Zeit zum Spielen?
Datenschutz ist nicht optional – besonders bei Kindern

Als IT-Berater und Vater war mir eines von Anfang an wichtig: Datenschutz. Wir reden hier über Kinder. Da gibt es keine Kompromisse.
Deshalb haben Kinder bei spielmit.eu keine eigenen Accounts. Es gibt keine Fotos – stattdessen wählt jedes Kind ein lustiges Emoji als Avatar. Die Plattform ist DSGVO-konform, alle Daten liegen in der EU (Frankfurt), und Eltern können ihre Daten jederzeit vollständig exportieren oder löschen lassen.
Diese bewusste Entscheidung gegen „je mehr Daten, desto besser“ war mir wichtig. Kinder brauchen Schutz, nicht noch eine Plattform, die ihre Daten sammelt.
Von der Idee zur fertigen App – mit KI als Entwicklungspartner
Hier wird die Geschichte besonders: Ich habe spielmit.eu nicht mit einem klassischen Entwicklerteam gebaut. Ich habe die gesamte Plattform in enger Zusammenarbeit mit Claude entwickelt – dem KI-Assistenten von Anthropic.
Bevor jemand denkt, ich hätte „einfach ein paar Prompts eingegeben und fertig“: So funktioniert das nicht. Was als Experiment begann, wurde zu einem intensiven Entwicklungsprozess über viele Wochen und hunderte Iterationen. Ich habe die Architektur entworfen, Entscheidungen getroffen, Code reviewt und getestet. Claude hat mir dabei geholfen, diese Entscheidungen schnell und in hoher Qualität umzusetzen.
Wer sich für die technische Seite interessiert – wie man KI-gestützte Softwareentwicklung richtig macht, mit Architektur-Dokumentation, Tests und Sicherheit – dem empfehle ich meinen Artikel „Mehr als nur ein Prompt: Warum Architektur-Dokumentation das Geheimnis meines KI-Projekts ist“.
Was spielmit.eu heute kann
Mittlerweile ist die Plattform unter spielmit.eu live und wird von ersten Familien genutzt. Ein paar Highlights:
- Spielpartner-Finder: Zeigt auf einen Blick, welche Kinder aus der Gruppe diese Woche verfügbar sind – inklusive gemeinsamer Interessen.
- Spontan-Anfragen: „Wer hat HEUTE um 15 Uhr Zeit?“ – eine Nachricht an alle verfügbaren Familien der Gruppe.
- Push-Benachrichtigungen: Neue Einladungen und Nachrichten kommen direkt aufs Handy.
- Android App im Play Store: Kann direkt als App installiert werden.
- Nachrichten: Direkter Kontakt zwischen Familien, ohne Telefonnummern tauschen zu müssen.

Und das Beste: spielmit.eu ist komplett kostenlos. Keine Premium-Features, keine versteckten Kosten. Ich habe die Plattform gebaut, weil ich das Problem selbst hatte – nicht um damit Geld zu verdienen.
Für wen ist spielmit.eu gedacht?
Die Plattform ist für alle Eltern, die Spielverabredungen einfacher organisieren wollen:
- Kindergarten-Eltern, die andere Familien besser kennenlernen möchten
- Grundschul-Eltern, deren Kinder nachmittags Spielpartner suchen
- Zugezogene Familien, die in einer neuen Umgebung Anschluss suchen
- Berufstätige Eltern, die wenig Zeit für aufwändige Absprachen haben
- Elternbeiräte, die eine einfache Lösung für ihre Gruppe suchen
Ein Elternteil erstellt eine Gruppe, teilt den Einladungslink – und schon kann es losgehen. Keine Registrierungshürden, keine Kosten.
Mitmachen: Ich suche Unterstützung!
spielmit.eu ist ein Herzensprojekt – und es gibt noch viel zu tun. Aktuell ist die App im Google Play Store für Android verfügbar. Für eine iOS-App im Apple App Store fehlt mir allerdings ein Apple Developer Account. Zwar ist die App auf iOS heute als PWA App nutzbar (also manuell über die Webseite installierbar), eine App im Store wäre jedoch deutlich schöner.
Deshalb mein Aufruf: Wenn du Lust hast, dich an diesem Projekt zu beteiligen – sei es als Tester, mit Feedback oder mit technischer Unterstützung – melde dich gerne bei mir. Besonders freue ich mich über Kontakt zu Personen, die einen Apple Developer Account haben und Erfahrung mit dem Veröffentlichen von Apps im App Store mitbringen. Gemeinsam könnten wir spielmit.eu auch für iPhone-Nutzer als native App verfügbar machen.
Was ich als Vater dabei gelernt habe
Dieses Projekt hat mir zwei Dinge gezeigt:

Erstens: Die Hürde, sein Kind zu verabreden, ist oft höher als man denkt. Es liegt selten am fehlenden Willen der Eltern – es fehlt einfach ein einfacher Weg, sich zu koordinieren. Genau diese Lücke füllt spielmit.eu.
Zweitens: KI verändert, was ein einzelner Mensch umsetzen kann. Alleine hätte ich für ein Projekt dieser Größenordnung Wochen, vermutlich Monate gebraucht. Mit einem Team? Hätte ich es als Non-Profit-Projekt wahrscheinlich nie gemacht – der Abstimmungsaufwand wäre einfach zu groß gewesen für etwas, das kostenlos bleiben soll. Durch Claude als Entwicklungspartner wurde der gesamte Entwicklungsprozess extrem beschleunigt. Aber Vorsicht: Ein Selbstläufer ist KI-gestützte Entwicklung definitiv nicht. Ich habe die Architektur entworfen, jede Entscheidung getroffen, Code reviewt, getestet und immer wieder korrigiert. Claude ist ein hocheffizienter Assistent – aber kein Autopilot.
Ausprobieren?
Wenn du Kinder im Kindergarten- oder Grundschulalter hast und Spielverabredungen einfacher organisieren willst, probier es aus: spielmit.eu
Erstell eine Gruppe für eure Kita oder Klasse, teil den Link mit anderen Eltern, und schau was passiert. Ich freue mich über jede Familie, die mitmacht – und über jedes Kind, das dadurch einen Spielnachmittag mehr bekommt.
Du hast Fragen, Feedback oder möchtest dich beteiligen? Schreib mir gerne – ich freue mich über jede Rückmeldung.
