n den sechs Teilen dieser Serie kam eine Frage immer wieder: „Klingt gut, aber wie baue ich das nach?“ Genau darum geht es hier. Ich habe das komplette System als Starter-Kit zusammengepackt, damit du es nicht aus meinen Blogposts rekonstruieren musst, sondern direkt loslegen kannst.
Dieser Bonus-Teil ist die Anleitung, wie du die Requirements-Pipeline mit Claude Code bei dir einrichtest, vom leeren Ordner bis zur ersten geprüften Story. Die eigentlichen Prompts und Skills liegen in einem offenen Repo, das ich pflege; dieser Beitrag ist die menschliche Auffahrt dazu.
Eine Sache vorweg, weil sie mir wichtig ist: Das Kit ist generisch. Es enthält das Gerüst und die Skills, aber keine Firmeninhalte. Deine Wissensbasis (Compliance, Produkte, Entscheidungen) füllst du selbst. Genau diese Trennung ist Teil des Konzepts.
Was im Starter-Kit steckt
Das Repo ist bewusst ein sauberes Gerüst, kein fertiges Produkt. Drin ist:
- Die Skills als Prompt-Dateien: Discovery, Interview, Review (mit den sechs Perspektiven), Finalize, Ticket-Push, Sync und die Projektmanagement-Helfer.
- Die
CLAUDE.md– die Schaltzentrale, die Claude Code bei jeder Session erklärt, wie alles zusammenspielt. - Die
HOWTO.md– der menschliche Einstieg mit allen Befehlen und typischen Abläufen. - Das Story-Template mit der Finalisierungs-Checkliste.
- Leere Wissensschichten (Organisation, Produkte, Portfolio), die du nach und nach befüllst.

Alles Klartext-Markdown, versioniert in Git. Du liest und änderst jede Datei selbst, die KI arbeitet auf denselben Dateien wie du.
Voraussetzungen
Viel brauchst du nicht:
- Claude Code, eingerichtet und lauffähig.
- Git für die Versionierung.
- Obsidian ist optional, aber angenehm, um im selben Verzeichnis menschlich zu lesen und zu schreiben.
- Jira nur, falls du an ein Team übergibst, über einen MCP-Server. Ohne Jira läuft alles im Vault-Modus, Tickets sind dann einfach Markdown-Dateien.
So richtest du die Requirements-Pipeline mit Claude Code ein
Der Ablauf ist bewusst kurz gehalten:

- Repo klonen und in Claude Code öffnen. Claude liest die
CLAUDE.mdautomatisch und weiß damit, wie das System tickt. /setupaufrufen. Der Setup-Skill interviewt dich: Welches Produkt richten wir ein? Welches Ticket-System (Vault oder Jira)? Welche Perspektiv-Reviews sollen Standard sein? Er legt nur an, was du wirklich brauchst.- Schicht 1 befüllen – deine organisationsweiten Guidelines: Compliance, Security-Baseline, Architektur-Prinzipien. Das ist das Fundament aus Teil 2. Rohmaterial einfach in den
inbox/-Ordner werfen und/inbox-processlaufen lassen. - Erste Story:
/interview. Jetzt läuft der Ablauf aus Teil 3 bis 6 – Interview, Review, Finalisierung, Übergabe.
Mehr ist es im Kern nicht. Die Tiefe steckt nicht in komplizierter Bedienung, sondern in den Skills und der Wissensbasis dahinter.
Ein Blick in einen Skill
Damit du ein Gefühl bekommst, wie die Prompts aussehen: Jeder Skill ist eine Markdown-Datei mit einem klaren Auftrag und, ganz wichtig, festen Verhaltensregeln. Ein Ausschnitt aus dem Prinzip, das für alle gilt:
Ein Skill hat immer eine Meinung und einen Vorschlag. Aber er führt nichts durch ohne Bestätigung und lässt alle Optionen offen, einschließlich „brauchen wir nicht“. Irreversibles (Commit, Ticket anlegen, Datei verschieben) wird immer vorher gezeigt und bestätigt.
Genau dieser Satz ist der Grund, warum das System unterstützt, statt zu übernehmen. Die vollständigen Skills mit allen Prompts findest du im Repo.
Es bleibt deins – mit und ohne KI
Ein letzter Punkt, der sich durch die ganze Serie zieht: Weil alles Klartext-Markdown ist, gehört dir das System auch ohne KI. Fällt Claude Code weg, hast du immer noch ein sauber strukturiertes, lesbares Wissenssystem und deine Stories. Du verlierst Tempo, nicht die Substanz. Das Kit macht dich stärker, es macht dich nicht abhängig.
Das Repo
Das komplette Starter-Kit liegt hier: github.com/tschiffler/requirements-engineering-pipeline.
Nimm es, fork es, bau es um. Wenn du es einsetzt oder verbesserst, freue ich mich über deine Erfahrungen, die fließen in die nächste Version zurück.

Danke fürs Mitlesen
Damit ist die Serie „Requirements Engineering mit KI-Agenten“ komplett, vom Schmerz über das Fundament, das Interview, das Review und die Sprache des Teams bis zur Übergabe. Und jetzt zum Selbernachbauen.
Der Gedanke dahinter bleibt derselbe wie in Teil 1: Der Mensch besitzt die Absicht, die Agenten besitzen die Prüfung. Das Kit gibt dir die Prüfung an die Hand. Die Absicht bleibt bei dir.
Alle Teile der Serie: Zur Themenseite „Requirements Engineering Pipeline“
