Mehr als nur Job – fast eine Familie

13 Jahre – eine verdammt lange Zeit. Eine Zeit in welcher ich mich definitiv wohl gefühlt habe bei der ING DiBa. Einige Kollegen waren seit dem ersten Tag meine Wegbegleiter andere kamen und hinzu oder haben das Team wieder verlassen. Egal ob es hier und da mal zwischenmenschliche Differenzen gab, die Projekte wurden immer gemeinsam durchgezogen und meist erfolgreich abgeschlossen.

Nach einer solche langen Zeit ist der Arbeitsplatz weitaus mehr als nur ein Arbeitsplatz. Mit den meisten Kollegen verbringt man deutlich mehr Zeit als mit der Familie, kennt deren Eigenheiten und baut auch privat eine Freundschaft auf. Das Netzwerk zwischen den Kollegen wächst und wächst, man kennt automatisch irgendwann alle Ansprechpartner was dafür sorgt das man auch in schwierigen Situationen gemeinsam Lösungswege findet. Man kann, aus meiner Sicht, fast Sagen dass der Arbeitsplatz und die Kollegen fast etwas wie eine 2te Familie werden.

Unzufriedenheit durch gefühlten Stillstand

Natürlich erleiden wir alle im Berufsleben unsere Niederschläge und sind häufig unzufrieden mit dem was wir (erreicht)haben. Wir alle streben ins geheime doch nach dem nächsten Schritt, der persönlichen Weiterentwicklung und dem Erreichen der selbst gesteckten Ziele. In der Situation selbst, also innerhalb der 13 Jahre, fühlte ich mich oft als ob ich keinen Schritt weiter komme und mich nur auf der Stelle bewege.

Stillstand

Heute, etwa 2 Jahre nach meinem letzten Tag bei der ING DiBa kann ich sagen dass das definitiv nicht so war. Durch die hier gesammelten Erfahrungen und die Möglichkeiten welche mir gegeben wurden konnte ich mich persönlich extrem weiter entwickeln. Angefangen als Softwareentwickler konnte ich diverse Weiterbildungen durchlaufen und durfte das gesammelte Wissen, mehr oder weniger, im beruflichen (Projekt)leben anwenden. Für diese Zeit und die mir gegebenen Möglichkeiten bin ich heute sehr dankbar. All diese Situationen habe mir geholfen mich weiterzuentwickeln und zu dem zu machen was ich heute bin.

Aufbruch ins Ungewisse

Eine persönliche Unzufriedenheit sorgt dafür dass man sich mit seiner eigenen Situation und möglichen Auswegen aus diesen beschäftigt. Nachdem die Versuche die eigene Zufriedenheit intern wieder herzustellen über mehrere Jahre hinweg erfolglos waren stand die Entscheidung fest – ich möchte mich beruflich verändern.

Horizont

Leider ist diese Entscheidung allerdings nicht ganz so einfach zu treffen. Ein Wechsel des Arbeitgebers ist viel mehr als nur der Wechsel der Firma die das monatliche Gehalt zahlt. Nach einer so langen Zeit lässt man auch einen Teil der eigenen Familie zurück. Personen die einem ans Herz gewachsen sind, sei es aus persönlichen oder beruflichen Gründen, das vertraute Umfeld und ja, natürlich auch ein Teil der “Sicherheit”. All das über Board werfen nur weil man selbst ein wenig unzufrieden ist? Dazu noch die Frage ob es denn woanders überhaupt besser ist … Eine verzwickte Situation …

Suche nach der Perspektive

Mitarbeiter werden in vielen Unternehmen gesucht. Besonders als Mitarbeiter im IT-Bereich wird man von Anfragen gerade so überrollt (siehe ‘Was ist nur mit XING passiert?‘). Natürlich habe ich einige Gespräche in unterschiedlichen Unternehmen geführt doch die Stelle die mich zu 100% überzeugt hat war eigentlich nie dabei. Mal fehlten mir die Innovationen, mal waren mir die eingesetzten Technologien zu ‘abgehangen’ oder das gesamte Firmenkonstrukt nicht Agil genug.

Fernglas

Fast wäre ich bei einem Dienstleister für Banken gelandet, auch wenn mich die Idee hier noch nicht zu 100% überzeugte. Zumindest hatte ich hier das Gefühl dass ich etwas bewegen und mich persönlich weiterentwickeln könne. Der Vertrag lang schon zuhause als der Anruf einer Recruitment-Mitarbeiterin der DB Systel kam …

Plötzlich ging alles ganz schnell …

Es war an einem Donnerstag an welchem der Anruf kam. Man sei auf mein Profil gestoßen und das würde perfekt auf eine Architektenstelle bei der DB Systel passen. Nachdem ich mitteilte dass ich mich gerade sehr aktiv mit der Unterzeichnung eines neuen Vertrages beschäftige hatte ich kurzfristig am darauffolgenden Monat schon das erste Gespräch im Silberturm. Nur 3 Tage danach und genau eine Woche nach dem ersten Telefonat haben wir uns dann per Mail auf eine Anstellung geeinigt und ich sagte zu.

Vertragsunterzeichnung

Was hat sich für mich persönlich geändert?

Oft unterhalte ich mich mit ehemaligen Kollege und Wegbegleitern. Immer wieder kommt die Frage auf was sich denn für mich nun geändert hat und ob ich mit der Entscheidung zufrieden bin. Über diese Antwort muss ich nicht lange nachdenken und kann diese direkt beantworten:

Es hat sich schlichtweg alles geändert. Ich bin zufriedener und weiß morgens warum ich aufstehe. Ich habe wieder ein Ziel vor Augen und fühle mich deutlich mehr Wertgeschätzt als die letzten Jahre im alten Job. Ich arbeite Eigenverantwortlich mit tollen Kollegen an einem sehr interessanten Projekt (siehe www.SEMMI.ai). Die neuen Rahmenbedingungen (flexibles Arbeiten) sorgen für eine höhere Zufriedenheit und ein deutlich angenehmeres Familienleben. Zum aktuellen Zeitpunkt kann ich sagen dass die Entscheidung für mich Goldrichtig war.

Neuanfang als Start in neue Zufriedenheit?

Zurückblickend stelle ich mir natürlich die Frage warum bin ich heute so viel zufriedener als im alten Job. Ist es wirklich “nur” das neue Unternehmen? Die hier anderen Arbeitsbedingungen? Das neue Projekt und die neue Position?

Notbremse

Ich glaube nicht !

Vielmehr glaube ich dass für mich persönlich der Neustart in eine neue berufliche Herausforderung mit einem leeren Rucksack, ganz ohne doppelten Boden einen Großteil der neuen Zufriedenheit ausmacht. Ich muss mir alles neu erarbeiten, kenne weder die Fachlichkeit, noch die Technik und habe kein Netzwerk. Alles ist neu und mega Spannend. Jeden Tag lerne ich neue Personen und Dinge kennen und kann hierbei das anwenden, was ich im alten Job gelernt (und natürlich oft falsch gemacht habe).

Mein Zwischenfazit

Natürlich tut es weh die eigene Komfortzone zu verlassen. Es schmerzt gute Kollegen “zurück zu lassen” und sorgt für eine gewisse Unsicherheit sich auf etwas neues einzulassen. Aber es lohnt sich. Niemand kann einem sagen ob es in einer anderen Firma besser oder schlechter ist als im alten Unternehmen. Aber ist das nicht eigentlich egal?

Mir persönlich hat der Perspektivwechsel weiter geholfen. Ich bin froh diesen gegangen zu haben. Natürlich ist auch in meiner neuen beruflichen Heimat nicht immer alles toll … aber kein Erfolg ohne Misserfolg.

Ich bin gespannt was mir die Zukunft hier in meiner neuen beruflichen Heimat bringt und ob ich mich irgendwann genau so wohl und verbunden fühle wie bei dies im alten Unternehmen der Fall war. Ich hoffe sehr darauf und freue mich auf eine spannende Zeit.

Zuletzt bearbeitet: 12. Dezember 2019

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