Seit 2018 sind wir nun schon in unserem neuen Zuhause in Ober-Olm wohnhaft. Seit diesem Zeitpunkt ist einiges passiert so dass wir viele Schritte weitergekommen und nähern uns unserem Zielbild wie unser Zuhause so aussehen kann. Natürlich gibt es bei allen Renovierungsarbeiten auch wieder Situationen, welche den Zeitplan durcheinander würfeln – so auch bei uns. So war es z.B. nicht geplant, dass wir dieses Jahr die Kellerisolierung erneuern …

Schaden durch Zufall gefunden

Schon kurz nach dem Einzug in das Haus hatten wir im Keller eine feuchte Wand, bei welcher wir den Schaden in der Kellerisolierung vermuteten. Als Ursache hierfür stellte sich jedoch ein Rohrbruch in einer Wasserleitung in der Wand heraus welcher recht einfach repariert werden kann.

Nun wollten wir uns im Winter im Keller eine kleine Wohlfühloase bauen und hierbei das Badezimmer erneuern und die Sauna wieder aufbauen. Hierbei ist aufgefallen, dass die Kellerwand noch immer feucht ist, obwohl das Rohr schon lange repariert war. Eine Kanalprüfung mit Kamera brachte die Ursache zum Vorschein: Die Abwasserrohre sind defekt und die alte Isolierung des Kellers ist den Wassermassen wohl nicht gewachsen.

Kellerisolierung erneuern in Eigenleistung

Im Grunde ist die Isolierung des Kellers nicht besonders kompliziert und schnell stand ein Arbeitsplan:

  • Keller bis zur Bodenplatte freilegen (durch ein Unternehmen)
  • alte Rohre Abwasserrohre entfernen
  • alte Isolierung (sofern notwendig) entfernen
  • eventuelle Risse beheben
  • Wand grundieren
  • erste Schicht Bitumendickbeschichtung aufbringen
  • Netz aufbringen
  • zweite Schicht Bitumendickbeschichtung aufbringen
  • Wand mit Styroporplatten und Noppenbahn schützen
  • neue Abwasserrohre legen
  • Verfüllen (durch ein Unternehmen)
Kellerisolierung - der Einkauf
Anhänger voll mit Material

In der Theorie sollte das also relativ einfach machbar sein … kommen wir zur Praxis.

Step 1: Keller und Abwasserrohre freilegen

Eins vorweg, mit dem Baggerfahrer haben wir mal so richtig danebengegriffen. Nicht nur dass dieser nicht gerade die Zuverlässigkeit in Person war, auch haben wir den Eindruck, dass dieser auf unserem Grundstück gerade das Baggerfahren gelernt hat.

Die einhellige Meinung diverser angebotenen Baggerdienstleistungen war, dass die Arbeiten innerhalb eines Tages (also das Freilegen) gemütlich erledigt werden können. Der von uns beauftragte Baggerfahrer benötige dummerweise nicht nur einen sondern gleich 3 Tage. Wären die Arbeiten nun wenigstens richtig erledigt worden, na gut. Allerdings hat er es geschafft während diesen arbeiten diverse Dinge zu beschädigen (Wasserleitung, Gasleitung, Rasenrandsteine, Blitzableiter um nur einen kleinen Teil zu nennen). Weiterhin waren die Arbeiten nicht vollständig abgeschlossen so dass wir noch einige Tage mit der Schippe (unter freundlicher Unterstützung von Marc und meinem Bruder) brauchten um die eigentlichen Voraussetzungen für die geplanten Arbeiten zu schaffen.

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Step 2: Kellerisolierung erneuern

Endlich war es geschafft: der Keller liegt frei. Wir konnten uns den eigentlich geplanten Arbeiten widmen. Der Schritt zur Entfernung der alten Isolierung entfiel – immerhin war hier außer einem dünnen Anstrich nichts mehr zu finden.

Somit konnten wir uns direkt der Herstellung der neuen Hohlkehle widmen. Mit Zementmörtel wurde der Anschluss der ersten Steinschicht mit einer neuen Hohlkehle an der Bodenplatte versehen. Die Hohlkehle dient hierbei dazu, dass sich an dieser Stelle kein Wasser stauen kann. Das Wasser, welches die Wand herunterläuft (sofern es so weit kommt) wird durch die Hohlkehle nach vorne bis zur Kante der Bodenplatte geleitet und fließt somit direkt ins Erdreich ab.

Nun wurde die Wand mit einem Bitumenvoranstrich* gestrichen und somit grundiert. Der Voranstrich ist hierbei recht flüssig und lässt sich einfach mit einem großen Pinsel aufbringen. Diese Grundierung haben wir nun bis zum nächsten Tag trocknen lassen.

Wichtig: Solltet Ihr sowas planen: Unbedingt Einweghandschuhe und im Idealfall einen Maleranzug* anziehen. Das Zeug klebt wie die Hölle und ist besonders in Haaren ein echter Spaß wieder herauszubekommen.

Nachdem die erste Schicht mit der Bitumendickbeschichtung angetrocknet ist wird ein Panzer Vlies* auf diese “aufgeklebt”. Dies dient zur Trennung der Schichten und soll eventuelle Risse in der Bitumenbeschichtung verhindern. Nachdem diese Schicht nun vollständig getrocknet (wir haben einfach mal 3 Tage gewartet) ist haben wir noch eine 2te Schicht aufgebracht und gut war es. Beim Aufbringen unbedingt darauf achten, dass die Hohlkehle und die Kante bis zur Bodenplatte ebenfalls mit abgedichtet sind!

Step 3: Isolierung mit Schalung und Noppenfolie schützen

Nachdem die ekeligen Arbeiten, also das Anbringen der neuen Dickbeschichtung nun erledigt war galt es nur noch die neue Isolierung vor dem Erdreich zu schützen. Hierzu stellten wir XPS Hartschaumplatten an die Isolierung und klebten selbige mit Bitumenkleber fest. Anschließend wurde die Wand noch mit einer Noppenbahn geschützt bevor die das Erdreich wieder verfüllen konnten.

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Fazit: Die Kellerisolierung erneuern geht auch selbst

Bevor wir uns dazu entschieden haben den Punkt Kellerisolierung erneuern selbst durchzuführen haben wir uns natürlich diverse Angebote von Handwerkern eingeholt. Diese fingen für das kurze Stück bei ca. 7.000 Euro an und gingen bis zu 15.000 Euro. Ganz schön viel Geld, wenn man bedenkt, dass wir das Ganze in ein paar Tagen selbst erledigen konnten.

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Ein Hexenwerk war das ganze nun wirklich nicht und wir sind mit dem Ergebnis zufrieden. Wobei wir bei der Zufriedenheit das Thema des Baggerfahrers ganz klar ausklammern müssen – der war eine Katastrophe und hat uns im Grund mehr Aufwand eingebrockt als uns wirklich was gebracht.

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Zuletzt bearbeitet: 25. Juni 2020

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