Der selbstgebaute Pool läuft. Und zwar nicht „läuft irgendwie“, sondern richtig entspannt: seit Wochen täglich im Betrieb, jeden Nachmittag im Wasser, und die Technik macht ihren Job, ohne dass ich groß danebenstehen muss. Ehrlich gesagt entspannter, als ich es mir vorgestellt hatte.
Im Zwischenbericht vom April steckte ich noch mitten im Bau — Becken gesetzt, Folie mit Ach und Krach bei zu kalter Witterung eingehängt, Technik geplant, aber noch nicht komplett verrohrt. Jetzt, ein paar Monate und einen halben Sommer später, ist ein guter Moment für ein Zwischenupdate: Was ist seitdem passiert, wie fühlt sich der Alltag an, was hat mich überrascht — und was kostet der Spaß inzwischen wirklich.
Was seit April passiert ist
Die kurze Version: Die Baustelle ist ein Pool geworden.
- Die Verrohrung ist fertig — das Zwei-Häuschen-Layout * steht, Pumpe und Sandfilter in Häuschen 1, UV-C und Bypass in Häuschen 2.
- Sandfilter, UV-C-Entkeimung und die pH-Dosieranlage laufen alle im Regelbetrieb.
- Die Blue Connect GO hängt lokal in Home Assistant — dazu habe ich einen eigenen Artikel geschrieben: Blue Connect GO in Home Assistant integrieren. Seitdem sehe ich pH, Temperatur und Chlorwert auf einen Blick am Dashboard, ohne App-Klickerei.
- Roboter und Solarfolie sind da und im Einsatz.
Das einzige große Technik-Puzzleteil, das noch fehlt, ist die Solarheizung — dazu gleich mehr.
So läuft er im Alltag

Das Wichtigste vorweg, weil es die Überraschung der Saison ist: Wir hatten fast durchgehend zwischen 27 und 30 °C Wassertemperatur — komplett ohne Heizung. Obwohl der Pool teilversenkt im Boden sitzt und ich mir vorher Sorgen gemacht hatte, dass das Wasser aus dem Erdreich Wärme zieht. Bei den Außentemperaturen der letzten Wochen war das schlicht kein Thema. Die Sonne heizt, das Wasser hält die Wärme, fertig.
Die automatische pH-Anlage ist jeden Cent wert. Setpoint auf 7,2, und ich muss mich um nichts kümmern — sie regelt selbstständig nach, die Boje misst, das Dashboard zeigt’s mir. Das ist genau die Art von „einmal richtig einrichten, dann Ruhe“, die ich an solchen Projekten liebe.
Chlor bringen wir zusätzlich über eine Dauerchlor-Tablette ein. Wichtiges Detail, an dem ich mir anfangs selbst ein Bein gestellt habe: Die Tablette gehört nicht in den Skimmer. Da löst sie sich direkt im Ansaugstrom der Pumpe auf, und das konzentrierte Chlorwasser rauscht durch Sandfilter, pH-Sonde und UV-C-Gehäuse — auf Dauer Gift für die Technik, besonders wenn die Pumpe mal stillsteht. Die Tablette schwimmt deshalb jetzt frei im Becken, in einem Dosierschwimmer*, damit sie sich schön gleichmäßig im ganzen Wasservolumen verteilt und nicht in einer Ecke die Folie bleicht. Als Tabletten nutzen wir die BAYROL e-Chlorilong (200-g-Langzeit-Tabs)* Der Chlorverbrauch ist insgesamt überschaubar — der UV-C übernimmt ja die Hauptarbeit bei der Entkeimung.
Das Folien-Learning: warum offen lassen teuer wird
Eine Sache hat uns dann doch überrascht. Wir hatten den Pool die ersten Wochen quasi durchgehend offen, weil er einfach täglich genutzt wurde — Folie hoch, Folie runter, das nervt, also blieb sie unten.
Der Preis dafür: Der Chlor- und pH-Verbrauch schießt hoch. Volle Sonneneinstrahlung auf offenes Wasser den ganzen Tag heißt, dass das Chlor durch UV-Licht viel schneller abgebaut wird und man ständig gegenarbeitet. Man merkt richtig, wie viel Arbeit die Sonne einem in die Wasserpflege drückt.

Inzwischen ziehen wir die Folie wieder regelmäßiger drauf, wenn der Pool nicht genutzt wird — und die Werte sind sofort deutlich entspannter. Klassischer Fall von „hätte man sich denken können“, aber manche Dinge lernt man eben erst, wenn man den Verbrauch schwarz auf weiß sieht.
Kleiner Ausblick in eigener Sache: Der hohe Verbrauch hat mich stutzig gemacht, ob nicht auch ein fehlender Stabilisator (Cyanursäure) mit reinspielt — der schützt das Chlor vor dem UV-Abbau. Um das sauber zu messen, habe ich mir ein PoolLab-2.0-Photometer*bestellt. Sobald ich ein paar belastbare Messwerte habe, gibt’s dazu einen eigenen Artikel — hier würde es den Rahmen sprengen.
Der Einstieg: In-Pool-Leiter statt Außentreppe
Beim Einstieg haben wir umgeplant. Im Set war eine Edelstahl-Außentreppe dabei, die aber aufgrund der baulichen Gegebenheiten bei uns nicht ideal saß: Sie ist uns schlicht zu ausladend, und um sie ordentlich zu stellen, wären am Grundstück noch weitere Betonarbeiten nötig gewesen. Dazu wollten wir gerne etwas im Pool haben, auf dem sich unsere Tochter auch mal ausruhen kann.
Also haben wir uns für eine Leiter* entschieden, die im Becken steht — quasi ein Einstieg von innen statt einer angesetzten Treppe von außen. Das hat sich als die richtige Entscheidung herausgestellt, aber es lohnt sich, die Vor- und Nachteile ehrlich anzuschauen.
Was für die In-Pool-Leiter spricht:
- Kein baulicher Eingriff — kein Fundament, keine zusätzlichen Betonarbeiten, keine Planung im Voraus. Reinstellen, fertig.
- Sofort einsetzbar und günstig — eine Größenordnung günstiger als eine gemauerte oder fest eingelassene Treppe.
- Flexibel — man kann sie versetzen, im Winter rausnehmen, bei Bedarf tauschen.
- Doppelnutzen — die Stufen sind für unsere Tochter Ein- und Ausstieg und gleichzeitig Sitz- und Ausruhstation. Genau das wollten wir.
- Der Bereich rund um den Pool bleibt frei — keine ausladende Konstruktion, die außen Platz frisst.
Was man in Kauf nimmt:
- Die Leiter steht im Wasser und kostet damit ein kleines bisschen Schwimmfläche.
- Sie ist nicht fest verbaut — sie muss stabil und kippsicher stehen, sonst verrutscht sie.
- Komfort und Optik einer fest eingelassenen Römertreppe erreicht sie nicht. Eine breite, flache Einstiegstreppe ist einfach die Luxus-Variante — die ist bei einem teilversenkten Fertig-Ovalpool aber ohnehin baulich kaum nachrüstbar.
- Auf die Folie achten: Wo die Standfüße aufsetzen, gehört eine Schutzmatte* drunter.
Eine fest eingelassene Innentreppe muss man von Anfang an einplanen — nachträglich ist das teuer bis unmöglich. Die mobile Leiter* im Becken ist der pragmatische Mittelweg, und für unseren Alltag mit Kind passt sie besser, als es die schicke Außentreppe getan hätte.
Aktualisierte Kostenübersicht
Im April hatte ich die Bau-Kosten als Zwischensumme stehen. Die bleibt unverändert — dazu kommen jetzt die Anschaffungen und Verbrauchsmaterialien, die nach der Inbetriebnahme aufgelaufen sind.
Bau (Stand April, unverändert):
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Pool-Komplettset (Pool, Filtertechnik, Verrohrung, Zubehör) | 4.320,92 € |
| Solarheizung (Absorber-Set, Steuerung, Motorventil) | 2.025,00 € |
| Poolroboter & Solarfolie | 772,24 € |
| XPS-Isolierung | ~120,00 € |
| Zwischensumme Bau | ~7.238 € |
Zubehör & Verbrauch (nach Inbetriebnahme):
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Schwimmbadleiter (4-stufig, in den Pool)* | 219,90 € |
| PoolLab-2.0-Photometer* | 149,00 € |
| Chlortabletten BAYROL e-Chlorilong (200-g-Langzeit-Tabs)* | 52,58 € |
| pH-Minus flüssig (20 kg)* | 45,95 € |
| Rückspül-Flachschlauch (1½″, 30 m)* | 42,30 € |
| Dosierschwimmer* | 5,59 € |
| Zwischensumme Zubehör | 515,32 € |
Bisher erfasst gesamt: ~7.753 €
Ehrlich dazugesagt: Das ist noch nicht die Endsumme. Offen sind unter anderem die Erdarbeiten und der Beton (die stecken im Paket vom Landschaftsgärtner und lassen sich nicht sauber heraus rechnen) sowie das geplante Pool-Podest samt Umrandung. Die vollständige Aufstellung kommt im Abschlussbericht — dann mit allen Zahlen auf dem Tisch.
Was noch aussteht
Zwei Dinge haben wir bewusst nach hinten geschoben:
- Die Solarheizung ist geliefert, aber noch nicht montiert. Und das ist völlig okay — bei 27 bis 30 °C Wassertemperatur ohne Heizung wäre sie aktuell schlicht überflüssig. Wir bauen sie zum Saisonende auf, wenn die Außentemperaturen fallen. Dann verlängert sie uns die Badesaison, statt jetzt sinnlos auf dem Dach zu warten.
- Die Poolumrandung (das Holz-Podest rund ums Becken) kommt voraussichtlich Ende des Jahres oder nächstes Jahr. Der Rasen muss erst richtig anwachsen, und das Podest hängt ohnehin an der Solar-Installation.
Fazit

Das ehrlichste, was ich nach diesem halben Sommer sagen kann: Der Pool macht weniger Arbeit als gedacht, und mehr Freude als erwartet. Die Automatisierung — pH-Anlage plus Blue Connect in Home Assistant — nimmt einem den größten Teil der Denkarbeit ab. Die Temperatur ohne Heizung ist ein Geschenk, mit dem ich so nicht gerechnet hatte.
Die zwei echten Learnings der Saison: Folie drauf, wenn keiner drin ist — spart spürbar Chlor, pH und Nerven. Und beim Einstieg auf die eigenen baulichen Gegebenheiten hören, statt stur die mitgelieferte Treppe zu verbauen — die Leiter im Becken war für uns die richtige Entscheidung.
Nächster Halt: Solarheizung zum Saisonende, dann das Podest. Und dazwischen ein Blick durchs Photometer, um dem Chlorverbrauch endgültig auf den Grund zu gehen. Fortsetzung folgt.



