Suzuki VS 800 Intruder – In Gedenken an Papa

Wer mich ein wenig kennt der weiß, dass bisher ein Chopper für mich so gar nicht in Frage gekommen wäre. Ich bin eher der sportliche Motorradfahrer und kann mit der Geometrie eines Choppers bisher so gar nichts anfangen. Nachdem mein Vater im Dezember leider von uns gegangen ist habe ich mich dazu entschieden seine große Leidenschaft, seine Suzuki VS 800 Intruder zu übernehmen und zu erhalten.

Mein Vater hat den Chopper 1996 als neues Fahrzeug in Wiesbaden beim Händler abgeholt und seitdem gehütet wie seinen Augapfel. Definitiv konnte man seinen Stolz spüren wenn er mit dem Motorrad unterwegs war oder darüber gesprochen hat. Ganze 26 Jahre ist die Intruder heute schon und steht, bis auf einige kleine Gebrauchsspuren, noch immer absolut perfekt da. Mit 16.654 km auf dem Tacho macht das eine jährliche Fahrleistung von etwas über 600 km. Viel wurde sie leider nicht bewegt … eigentlich schade.

Fast schon eigenartig ist, dass mein Vater den letzten Besuch hier bei uns zuhause mit der Intruder hatte. Auch wenn dieser Besuch heute etwas über 1 1/2 Jahre her ist verbindet dieser Fakt mich noch stärker mit der Erinnerung daran was ihm das Motorrad bedeutet hat.

Motorräder verkauft man nicht

Jeder hat irgend etwas von seinen Eltern übernommen. Mein Vater hatte eine Leidenschaft zu allem was einen Motor hatte. Motorräder standen bei ihm hoch im Kurs. Auch wenn diese ungenutzt waren, ein Verkauf kam hier eigentlich nie in Frage. So halte ich es nun auch, die Motorräder meines Vaters sollen in unserem Besitz bleiben. Die Intruder wird zwar vermutlich nur recht selten bewegt werden, aber sie wird es gut haben.

Vor der Ummeldung auf mich stand der neue TÜV an. Eigentlich kein Problem, allerdings springt die gute nicht an. Die Batterie ist tot.

Suzuki VS 800 Intruder – Batterie wechseln

Schnell im Suzuki Ersatzteilekatalog nachgesehen und das passende Modell herausgesucht. Die original verbaute Bleibatterie YB16B-A* wird gegen ein etwas moderneres Modell, eine Gelbatterie* ersetzt.

Und gleich die erste Überraschung, die Batterie ist nicht unter der Sitzbank sondern zwischen den beiden Rädern am untersten Punkt unter einer Klappe verbaut. Na da muss man erstmal drauf kommen. Wer auch immer die Idee hatte die Batterie dort zu verbauen musste diese wohl noch nie selbst wechseln. Unfassbar …

Youtube sei dank – ich habe die Batterie gefunden. Anbei das Video, welches mir dabei half 🙂

Schnellkontakt Kabel für Ladegerät verbauen

Seit langem bin ich Besitzer eines Vollautomatischen Ladegerätes für meine Motorradbatterien*. Dieses Ladegerät wird im Winter regelmäßig an die Batterien der einzelnen Fahrzeuge angeschlossen um die Lebenszeit der Batterie zu verlängern. Da ich von Natur aus ein fauler Mensch bin habe ich irgendwann angefangen ein Schnellkontakt Kabel für das Ladegerät zu verbauen.

Dieses Kabel ist permanent an der Batterie angeschlossen und liegt an einer zugänglichen Stelle. Dort kann das Ladegerät einfach angesteckt werden und gut – keine herumfummelei mehr. Besonders bei der “gut zugänglichen” Batterie der Suzuki VS 800 Intruder ist dieses Kabel Gold wert 🙂

Der Einbau selbst war der absolute Horror. Ich habe nun wirklich schon viel an Motorrädern geschraubt und glaube, dass ich hier nicht völlig dämlich bin. Dennoch brachte die Intruder mich an den Rande des Wahnsinns. Die Batteriepole bei der neuen Batterie sind so gebaut dass der Anschluss nur von vorne oder oben erfolgen kann. Natürlich habe ich keine Adapter hier, möchte das Motorrad aber zum Laufen bekommen. Nach einigem herumfluchen dann die Idee: Ich fahre in den Baumarkt, hole längere Schrauben und dünne Muttern. Die Mutter kommt hinter den Anschluss so dass ich die Kabel von der Seite aus anschliessen kann. Passt und funktioniert Problemlos und die Suzuki springt direkt an.

erster Rollout zur Tankstelle – Auftanken und Reifendruck

Nachdem die Intruder nun endlich läuft konnte ich mich nicht zurück halten und musste direkt eine erste Runde mit ihr drehen. Zugegeben, es war eine echt kleine Runde. Ich bin lediglich zur Tankstelle und habe den Reifendruck kontrolliert und aufgetankt. Die ersten Meter waren doch recht “komisch”. Nach jedem Anfahren suchte ich die Fußrasten welche ich aus alter Gewohnheit eher weiter hinten vermutet hätte. Alles in allem ist der Chopper aber definitiv nicht ungemütlich – von brachialer Leistung würde ich allerdings jetzt nicht gerade sprechen wollen 🙂

Auch die 2te “Ausfahrt” war eher untypisch – denn diese ging direkt mal zu einem Selbstwaschplatz. Die Intruder war wirklich extrem verdreckt und musste dringend gewaschen werden. Gut eine Stunde später und nach einigem Einsatz des S100 Total Reinigers* stand die Intruder wieder sauber da. Die 26 Jahre, welche die kleine auf dem Buckel hat, sieht man Ihr so gar nicht an. Eigentlich ein echt schönes Motorrad, ich freue mich immer mehr sie in meiner Garage zu haben.

TÜV Besuch mit der Intruder

Der TÜV der Suzuki ist seit Mai 2021 abgelaufen. So wird das nix mit der Zulassung. Also einen TÜV-Termin vereinbart und ab hin. Pünktlich morgens um 8 stehe ich bei der TÜV Station. Kalt ist es – 2 Grad. Der Mitarbeiter des TÜV nimmt die Suzuki entgegen, fährt eine Runde und schon ist die Sache erledigt.

Der TÜV ist, erwartungsgemäß, bestanden. Einen kleinen Mangel gibt es, das Standlicht funktioniert nicht. Na gut, das bekomme ich dann wohl doch noch gelöst und werde dann alsbald die Birne wechseln. Gleichzeitig wurde ich darauf hingewiesen dass die Reifen schon “leicht” alt sind und mit 10 Jahren wohl Ihren Zenit überschritten haben. Eigenartig, ich habe noch im Kopf dass mein Papa meinte er habe die Reifen erst gemacht – aber nun gut erst ist eben auch recht relativ 🙂

Ummeldung mit unerwarteten Hindernissen

Der erste Besuch auf der Zulassungsstelle in Oppenheim war leider nicht von Erfolg gekrönt. Aus irgend einem Grund steht im Fahrzeugschein die Nummer des falschen Fahrzeugbriefes. Mein Vater hat 2016 die Intruder wieder angemeldet und hier einen neuen Brief erhalten. Im Fahrzeugschein steht noch die Nummer des alten Fahrzeugbriefes – somit ist die Ummeldung im neuen Landkreis nicht möglich. Laut der Zulassungsstelle muss dies im Kreis, in welchem das Fahrzeug aktuell angemeldet ist, korrigiert werden.

Die nette Dame kopierte sich alle Unterlagen und versprach mir, sich am Folgetag selbst darum zu kümmern und bei mir zu melden. Auch wenn ich ehrlich gesagt nicht damit gerechnet habe, am nächsten Tag erhielt ich einen Anruf der Zulassungsstelle. Der Fall sei nun erledigt und ich könne zur Ummeldung vorbei kommen. Den Termin machen wir jetzt einfach am Telefon, den Weg über das Internet müssen wir hier nicht gehen. Gut, neuen Termin vereinbart und wieder ab zur Zulassung.

Bei dem erneuten Versuch war alles absolut Problemlos in nur 15 Minuten erledigt und mein Name steht neben dem Namen meines Vaters im Fahrzeugschein. Ich habe mich dazu entschieden das Kennzeichen meines Vaters zu behalten. Ich werde von der ersten richtigen Tour mit der Intruder berichten …

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This article was written by Thomas Schiffler

Alles was mit IT zu tun hat steht bei mir hoch im Kurs. Hierbei dreht sich vieles um Java, Python oder auch mal PHP. Unser Zuhause ist mit diversen Raspberry PIs ausgestattet mit welchen ich versuche unser Leben durch etwas Automatisierung ein wenig smarter zu gestalten. Hierbei möchte ich die Technik und die dahinter eingesetzten Tools / Frameworks verstehen und nicht einfach nur Anwenden. Ich selbst bezeichne mich als ITler aus Leidenschaft :) Seit 2020 ist das Thema Chatbot / Voicebot / Conversational.ai in meinen Focus gerückt. In diesem Bereich investiere ich gerade viel Zeit.

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