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	<title>Requirements Engineering mit KI-Agenten - meine Pipeline Lösung</title>
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		<title>Guidelines-First: Warum eine KI ohne Wissensbasis am Jenga-Turm baut</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thomas Schiffler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jul 2026 05:45:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Work & Office]]></category>
		<category><![CDATA[Anforderungserhebung]]></category>
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		<category><![CDATA[Requirements Engineering mit KI-Agenten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei spielmit.eu, einem meiner privaten Projekte, habe ich der KI am Anfang einfach freien Lauf gelassen. „Bau mir das&#8220; – &#8230; <a href="https://www.schiffler.eu/guidelines-first-wissensbasis-ki/" class="more-link">More <span class="screen-reader-text">Guidelines-First: Warum eine KI ohne Wissensbasis am Jenga-Turm baut</span> <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.schiffler.eu/guidelines-first-wissensbasis-ki/">Guidelines-First: Warum eine KI ohne Wissensbasis am Jenga-Turm baut</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.schiffler.eu">Das ist die Welt von Thomas</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Bei <a href="https://spielmit.eu/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">spielmit.eu</a>, einem <a href="https://www.schiffler.eu/category/eigene-projekte/">meiner privaten Projekte</a>, habe ich der KI am Anfang einfach freien Lauf gelassen. „Bau mir das&#8220; – und sie hat gebaut. Schnell, plausibel, von außen sah alles gut aus. Bis ich genauer hingeschaut habe: Innen wackelte es. Datenschutz-Annahmen, die keiner geprüft hatte. Strukturen, die beim ersten Anfassen nachgaben. Ein Jenga-Turm, der so lange steht, bis jemand den falschen Klotz zieht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fehler war nicht die KI. Der Fehler war, dass ich keine <strong>Wissensbasis für KI</strong> aufgebaut hatte, bevor ich sie arbeiten ließ. Kein Rahmen, kein „so arbeiten wir hier&#8220;. Sie musste raten. Und raten kann sie beeindruckend gut – nur eben nicht zuverlässig richtig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war der Moment, in dem ich mein Vorgehen umgedreht habe: erst das Fundament, dann die Agenten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was passiert, wenn die KI raten muss</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine KI ohne Kontext ist wie ein neuer Kollege am ersten Tag, den du sofort eine Anforderung schreiben lässt. Er ist klug, motiviert, formuliert schöne Sätze – aber er kennt eure Historie nicht, eure Entscheidungen nicht, eure Grenzen nicht.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
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<figure class="wp-block-image size-large has-lightbox"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_2_4-1024x683.png" alt="ungenaues Zielen oder klare Landkarte" class="wp-image-3070" srcset="https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_2_4-1024x683.png 1024w, https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_2_4-300x200.png 300w, https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_2_4-768x512.png 768w, https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_2_4.png 1536w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="wp-block-paragraph">Also füllt er die Lücken mit Annahmen. Die klingen plausibel, weil er gut klingt. Und genau das ist die Falle: Das Ergebnis sieht <em>fertig</em> aus, obwohl es auf Vermutungen steht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Anforderungen ist das teuer. Eine Story, die eine bestehende Architekturentscheidung ignoriert. Ein Feature, das gegen eine Datenschutzvorgabe läuft, die es längst gibt. Ein Vorschlag, den ihr vor einem Jahr aus gutem Grund verworfen habt. Nicht, weil die KI dumm ist – sondern weil ihr niemand gesagt hat, was gilt.</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Wissensbasis für KI schlägt jeden cleveren Prompt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten versuchen, dieses Problem mit besseren Prompts zu lösen. Immer längere Anweisungen, immer mehr „beachte bitte auch…&#8220;. Das skaliert nicht. Du kannst nicht vor jeder Frage die halbe Firmenhistorie ins Chatfenster tippen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der bessere Hebel ist eine <strong>Wissensbasis für KI</strong>: strukturiertes, kuratiertes Wissen, auf das jeder Agent bei jeder Aufgabe automatisch zugreift. Nicht im Prompt, sondern als fester Kontext im Hintergrund. Die KI rät dann nicht mehr – sie liest nach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unterschied ist derselbe wie zwischen einem Berater, der dein Unternehmen zum ersten Mal sieht, und einem, der seit Jahren dabei ist. Gleiche Intelligenz, völlig andere Qualität der Antwort. Nicht weil der eine schlauer ist, sondern weil er den Kontext hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwei Schichten: was für alle gilt, was nur fürs Produkt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei mir liegt diese Wissensbasis in zwei Schichten – und diese Trennung ist der eigentliche Trick.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Schicht 1 – Organisation.</strong> Alles, was immer gilt, egal woran ich arbeite: Compliance und Datenschutz, Security-Baselines, Architektur-Guidelines, die grobe Strategie, das Stakeholder-Verzeichnis. Diese Schicht ist bei jeder Analyse aktiv.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Schicht 2 – Produkt.</strong> Alles, was nur ein bestimmtes Produkt betrifft: Personas, Architekturentscheidungen (inklusive der wichtigen Frage „Was haben wir bewusst <em>nicht</em> gebaut – und warum&#8220;), bestehende Stories, Roadmap, nicht-funktionale Anforderungen.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large has-lightbox"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_2_2-1024x683.png" alt="stabiles Fundament" class="wp-image-3068" srcset="https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_2_2-1024x683.png 1024w, https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_2_2-300x200.png 300w, https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_2_2-768x512.png 768w, https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_2_2.png 1536w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Warum die Trennung? Weil Compliance für <em>alles</em> gilt – die will ich nicht bei jedem Produkt neu erfinden. Und weil Produktwissen <em>isoliert</em> bleiben muss – eine Entscheidung aus Produkt A darf die Analyse für Produkt B nicht verfälschen. Schicht 1 gilt überall, Schicht 2 wird passend zum aktuellen Produkt dazugeladen. So hat jeder Agent denselben, sauberen Informationsstand.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Fundament gehört zuerst mir, dann der KI</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_2_3-1024x683.png" alt="Freundlicher Roboter beim Lesen" class="wp-image-3069" srcset="https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_2_3-1024x683.png 1024w, https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_2_3-300x200.png 300w, https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_2_3-768x512.png 768w, https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_2_3.png 1536w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="wp-block-paragraph">Jetzt kommt der Teil, der mir besonders wichtig ist: Diese Wissensbasis ist keine „KI-Konfiguration&#8220;. Es sind einfache Markdown-Dateien in Obsidian – Klartext, den ich lese, pflege und verstehe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das heißt: Das Fundament nützt zuerst <em>mir</em>. Es ist mein Zweitgehirn, meine dokumentierten Entscheidungen, mein „so arbeiten wir hier&#8220;. Dass die KI dieselben Dateien liest, ist ein Nebeneffekt – ein sehr nützlicher, aber eben nur ein Nebeneffekt.</p>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Damit bleibt der Ansatz genau das, was ich in <a href="https://www.schiffler.eu/keine-ki-generierten-user-stories/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Teil 1</a> beschrieben habe: KI-basiert, aber nicht KI-abhängig. Fällt die KI aus, habe ich immer noch ein sauber gepflegtes, lesbares Wissenssystem. Ich verliere Tempo, nicht das Fundament. Genau das meine ich mit Guidelines-First – ein Prinzip, über das ich schon im <a href="https://www.schiffler.eu/softwareentwickler-und-ki-wer-hat-morgen-noch-einen-job/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dompteur-Modell</a> geschrieben habe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ich dabei gelernt habe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die wichtigste Lektion: Die Qualität der KI-Arbeit hängt weniger am Modell und am cleveren Prompt, als man denkt – und viel mehr an dem, was die KI lesen darf. Wer vorne beim Kontext spart, zahlt hinten bei den Ergebnissen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">spielmit.eu läuft heute anders. Erst das Fundament, dann die Agenten. Der Jenga-Turm steht nicht mehr auf Vermutungen, sondern auf einer Wissensbasis, die ich selbst geschrieben habe.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Das ist Teil 2 der Serie „Requirements Engineering mit KI-Agenten&#8220;. Im nächsten Teil wird es konkret: das Interview – wie aus einer rohen Idee ein Story-Draft wird, ganz ohne Fragebogen, und wie die KI dabei nebenbei merkt, dass es eine Idee vielleicht schon gibt.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Alle Teile der Serie:</strong> <a href="https://www.schiffler.eu/thema/requirements-engineering-pipeline/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zur Themenseite „Requirements Engineering Pipeline&#8220;</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.schiffler.eu/guidelines-first-wissensbasis-ki/">Guidelines-First: Warum eine KI ohne Wissensbasis am Jenga-Turm baut</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.schiffler.eu">Das ist die Welt von Thomas</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Warum ich keine KI-generierten User Stories schreibe – und KI trotzdem überall einsetze</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thomas Schiffler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jul 2026 05:45:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Work & Office]]></category>
		<category><![CDATA[Anforderungserhebung]]></category>
		<category><![CDATA[Claude]]></category>
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		<category><![CDATA[Product Owner]]></category>
		<category><![CDATA[Requirements Engineering mit KI-Agenten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Neulich wollte ich eine neue User Story anlegen. Kleine Sache, dachte ich – eine Funktion, die alte Daten automatisch aufräumt. &#8230; <a href="https://www.schiffler.eu/keine-ki-generierten-user-stories/" class="more-link">More <span class="screen-reader-text">Warum ich keine KI-generierten User Stories schreibe – und KI trotzdem überall einsetze</span> <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.schiffler.eu/keine-ki-generierten-user-stories/">Warum ich keine KI-generierten User Stories schreibe – und KI trotzdem überall einsetze</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.schiffler.eu">Das ist die Welt von Thomas</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Neulich wollte ich eine neue User Story anlegen. Kleine Sache, dachte ich – eine Funktion, die alte Daten automatisch aufräumt. Ich fange an, die Idee zu tippen, und noch bevor ich den ersten Satz fertig habe, meldet sich meine KI: „Das gibt es schon. Zweimal. Eine davon ist erledigt.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich saß da und wusste kurz nicht, ob ich mich ärgern oder freuen soll. Geärgert, weil ich gerade dabei war, Arbeit zu doppeln, die längst getan war. Gefreut, weil mir das jemand <em>jetzt</em> sagt. Und genau an diesem Punkt hängt das Thema, über das gerade alle streiten: <strong>KI-generierte User Stories</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die will nämlich kaum jemand lesen. Und ehrlich gesagt: ich auch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass es mir <em>jetzt</em> auffällt – an meinem Schreibtisch und nicht erst im Refinement, wo so eine Diskussion die Zeit des ganzen Teams frisst und die Velocity drückt – ist kein Zufall. Genau das ist mein Job: solche Dinge früh erkennen und im Zweifel vorab mit mir selbst und meinen Agenten klären.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erst der ehrliche Teil: der Schmerz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Story von neulich war der harmlose Fall. Da hat es jemand – die KI – rechtzeitig gemerkt. Meistens merkt es keiner. Und dann passiert genau das, was Anforderungsarbeit seit Jahren zäh macht:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Du legst eine Story an, die es <strong>längst gibt</strong> – nur unter anderem Titel, im falschen Epic, von jemand anderem geschrieben. Du findest sie nicht, weil du gar nicht weißt, dass du suchen müsstest. Zwei Teams bauen dieselbe Sache.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large has-lightbox"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="819" src="https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_1_3-1024x819.png" alt="Überblick über Anforderungen behalten" class="wp-image-3059" srcset="https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_1_3-1024x819.png 1024w, https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_1_3-300x240.png 300w, https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_1_3-768x615.png 768w, https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_1_3.png 1402w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="wp-block-paragraph">Oder jemand bringt eine Idee auf, die vor zwei Jahren schon einmal auf dem Tisch lag und <strong>bewusst verworfen</strong> wurde. Die Story liegt irgendwo in Jira – mit Glück archiviert, im schlimmsten Fall längst gelöscht. Mit genug Recherche fände man sie wieder. Aber genau das ist der Punkt: Als PO will ich das Backlog nach vorne bringen, nicht vor jeder Idee zum Detektiv werden und ständig hinterfragen, ob es das nicht schon gab. Diese Sucharbeit brauche ich – und genau die kann mir eine KI abnehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oder die Story ist sauber formuliert, klingt rund – und <strong>im Sprint</strong> fällt auf, dass sie am Datenschutz vorbeigeht, ein Sicherheitsloch aufreißt oder einer Architekturentscheidung widerspricht. Jetzt ist es teuer.</p>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Und selbst wenn alles gut läuft: Kaum hast du das Ticket ans Team übergeben, <strong>entwickelt es sich in Jira weiter</strong> – neu geschnitten, ergänzt, umpriorisiert. Deine Planung steht derweil auf altem Stand. Du merkst es nicht. Bis es kracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist der Schmerz. Nichts davon ist spektakulär. Aber es summiert sich – zu doppelter Arbeit, vergessenen Entscheidungen und Stories, die im luftleeren Raum entstehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Keine KI-generierten User Stories&#8220; – und sie haben recht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich davon erzähle, kommt oft der Reflex: „Dann lass doch die KI die Stories schreiben.&#8220; Und genauso oft kommt von guten Entwicklern der Gegenreflex: „Bitte nicht. <strong>KI-generierte User Stories</strong> merke ich sofort – und dann lese ich sie nicht gern.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Frust dahinter ist berechtigt. Nichts ist ermüdender als glatter Text, der so tut, als hätte jemand nachgedacht, aber niemand hat. Gleichzeitig erwarten dieselben Leute, dass ein Product Owner 2026 KI nutzt. Kein Werkzeug in der Hand zu haben, das alle anderen längst haben, wirkt eben auch nicht souverän.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das klingt nach Widerspruch. Ist es aber nicht. Beide Seiten reden nur über zwei verschiedene Dinge. Das Problem ist nicht, <em>dass</em> KI im Spiel ist. Das Problem ist, <em>was</em> sie tut.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Prüfen das Schreiben schlägt</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="wp-block-paragraph">Eine Story zu <strong>schreiben</strong> heißt: eine Absicht zu formulieren. Warum bauen wir das? Für wen? Was lassen wir bewusst weg? Das hängt an Kontext, an Historie, an Verantwortung – an Dingen, die in meinem Kopf und in den Köpfen meiner Kollegen stecken, nicht im Trainingsdatensatz eines Modells. Wenn ich das an eine KI abgebe, kommt genau der Text heraus, den keiner lesen will: plausibel und hohl.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Story zu <strong>prüfen</strong> ist das genaue Gegenteil. </p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large has-lightbox"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_1_2-1024x683.png" alt="Der Mensch schreibt, die KI prüft" class="wp-image-3058" srcset="https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_1_2-1024x683.png 1024w, https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_1_2-300x200.png 300w, https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_1_2-768x512.png 768w, https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_1_2.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Prüfen heißt: alles gegen alles abgleichen. Gibt es das schon? Widerspricht es einer Entscheidung von damals? Was sagt der Datenschutz, was der Sicherheitsblick, was der Nutzer? Das ist stumpfe, vollständige, ausdauernde Arbeit – und genau da bin ich als Mensch schwach. Ich vergesse Tickets. Ich habe nicht alle Architekturentscheidungen im Kopf. Ich kann nicht gleichzeitig die Security-, die Datenschutz- und die Nutzerbrille tragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Maschine kann das. Unermüdlich, bei jedem einzelnen Ticket.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb schreibt bei mir die KI nicht – sie prüft. Ich behalte den Teil, den nur ich kann: entscheiden, was wir bauen und warum. Sie übernimmt den Teil, den ich alleine nie so gründlich hinbekäme. Das ist keine Bequemlichkeit. Das ist Arbeitsteilung nach Stärken.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die These, auf der alles aufbaut</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mensch besitzt die <strong>Absicht</strong>. Die Agenten besitzen die <strong>Prüfung</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was am Ende im Ticket steht, wurde nicht <em>geschrieben</em>. Es wurde <em>geprüft</em> – und von mir entschieden. Deshalb sind meine Stories besser durchdacht, seit KI im Spiel ist, nicht schlechter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Bausteine davon habe ich hier schon beschrieben: den <a href="https://www.schiffler.eu/ki-anforderungserhebung-agil-iterativ/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Interview-Ansatz statt Fragebogen</a> und das <a href="https://www.schiffler.eu/softwareentwickler-und-ki-wer-hat-morgen-noch-einen-job/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dompteur-Modell mit Guidelines-First</a>. In dieser Serie setze ich sie zu einem kompletten Vorgehen zusammen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">KI ist eine Ergänzung – kein Allheilmittel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Damit das nicht falsch ankommt: Die KI ist bei mir nicht der Chef. Wir Product Owner sind die Profis, die entscheiden – die KI unterstützt. Und Unterstützung heißt für mich ausdrücklich, dass ich auch dann arbeiten kann, wenn sie mal nicht da ist.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large has-lightbox"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="819" src="https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_1_4-1024x819.png" alt="AI-Systeme - perfekt für Diskussionen" class="wp-image-3060" srcset="https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_1_4-1024x819.png 1024w, https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_1_4-300x240.png 300w, https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_1_4-768x615.png 768w, https://www.schiffler.eu/wp-content/uploads/2026/07/requirements-engineering_1_4.png 1402w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="wp-block-paragraph">Deshalb liegt meine gesamte Wissensbasis – alle Guidelines, alle Stories, alle Entscheidungen – als einfache Markdown-Dateien in Obsidian. Klartext, den jeder Mensch lesen und selbst bearbeiten kann, ohne Spezialwerkzeug, versioniert in Git. Die KI liest genau dieselben Dateien wie ich, kein verstecktes Format dazwischen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Workflow ist KI-basiert, aber nicht KI-abhängig. Ist das Modell mal nicht erreichbar, bin ich offline oder fällt der Dienst aus, verliere ich Tempo – nicht meine Daten und nicht die Kontrolle. Dann mache ich eben von Hand weiter. Genau das ist der Unterschied zwischen einem Werkzeug, das dich stärker macht, und einem, von dem du abhängig wirst.</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Was ich dabei gelernt habe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der wichtigste Perspektivwechsel war, die KI nicht als schnelleren Texter zu sehen, sondern als etwas, das ich alleine nie leisten könnte: Hunderte Tickets vor jeder neuen Idee durchsehen, jede alte Entscheidung parat haben, gleichzeitig aus fünf Blickwinkeln auf dieselbe Anforderung schauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das nimmt mir die Fleißarbeit ab – und lässt mir den Kopf frei für das, was wirklich meine Aufgabe ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">KI-generierte User Stories im eigentlichen Sinn entstehen bei mir also nicht. Was am Ende rausgeht, ist geprüft – und von mir verantwortet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und die Story von neulich? Die habe ich nicht angelegt. Die gab es ja schon.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Das ist der erste Teil einer Serie über mein Vorgehen im Requirements Engineering mit KI-Agenten. Im nächsten Teil geht es ums Fundament: warum eine KI ohne Wissensbasis am Jenga-Turm baut – und was sich ändert, sobald sie kuratierten Kontext bekommt.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Alle Teile der Serie:</strong> <a href="https://www.schiffler.eu/thema/requirements-engineering-pipeline/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zur Themenseite „Requirements Engineering Pipeline&#8220;</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.schiffler.eu/keine-ki-generierten-user-stories/">Warum ich keine KI-generierten User Stories schreibe – und KI trotzdem überall einsetze</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.schiffler.eu">Das ist die Welt von Thomas</a>.</p>
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